Festivalgeschichte · Punk, Blut, keine Rückfragen
Angeschissen im Kino – nein, das ist keine Filmkritik
Es gibt Überschriften, bei denen die Rechtsabteilung nervös wird. Deshalb gleich die Entwarnung: „Angeschissen“ war eine Hamburger Punkband. Und 1988 spielte sie bei der Gore Night des Fantasy Filmfests.
Ein Bandname wie eine Ein-Stern-Bewertung
Wer heute schreibt, ein Film sei „angeschissen“, bekommt vermutlich Rückfragen zur Wortwahl. 1988 konnte darauf die sachliche Antwort folgen: „Nein, die spielen erst später.“ Der Satz wird durch diese Erklärung nicht normaler, aber zumindest historisch korrekt.
Gore allein war offenbar nicht genug
Ein ganzer Abend mit drastischem Genrekino hätte gewöhnlichen Menschen vermutlich gereicht. Das Fantasy Filmfest betrachtete die Sache offensichtlich als unfertig und ergänzte Live-Punk. Vermutlich fehlten nur noch ein schlecht beaufsichtigtes Buffet und jemand, der im Foyer eine Kettensäge startete.
Ein kleines Gedankenexperiment
Stell dir vor, du kommst 1988 zufällig am Kino vorbei. „Was läuft heute?“ – „Gore Night.“ – „Und danach?“ – „Angeschissen.“ An diesem Punkt hätte man entweder eine Eintrittskarte gekauft oder sehr langsam den Rückweg angetreten. Beides wäre nachvollziehbar gewesen.
Vierzig Jahre gepflegte Irritation
Heute reist das Fantasy Filmfest durch sieben Städte, verwaltet Festivalpässe und veröffentlicht sein Programm digital. Der Geist des Jahres 1988 ist trotzdem noch erkennbar: Filme zeigen, die anderswo zu seltsam, zu wild oder schlicht zu schwer in der Programmkonferenz zu erklären wären.
FearScore-Fazit: Manche Festivals haben eine Hymne. Dieses hatte Angeschissen. Historisch betrachtet ist die Sache damit entschieden.
Quelle der historischen Begebenheit: offizieller Fear Fact des Fantasy Filmfests.