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Essay · Angenehmes Unbehagen

Warum wir freiwillig Filme schauen, die uns verfolgen

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Wir bezahlen Eintritt, setzen uns in einen dunklen Saal und hoffen darauf, uns gründlich unwohl zu fühlen. Außerhalb des Kinos wäre das eine schlechte Bewertung. Im Horrorfilm ist es ein gelungener Abend.

Angst mit Notausgang

Im Film darf die Welt außer Kontrolle geraten, während wir sicher sitzen bleiben. Das Monster kann alles – außer die Leinwand verlassen. Diese Vereinbarung macht Angst nicht harmlos, aber genießbar.

Das Unbekannte bekommt eine Form

Diffuse Sorgen sind schwer zu greifen. Ein Spukhaus, ein außerirdischer Organismus oder eine Gestalt am Ende des Flurs ist deutlich höflicher: Wir können hinschauen, mitfiebern und zumindest theoretisch einen Fluchtplan entwerfen.

Gemeinsam erschrickt es sich besser

Ein voller Kinosaal verwandelt Angst in ein Gemeinschaftserlebnis. Einer zuckt, jemand lacht erleichtert und drei Reihen weiter wird eine Popcorntüte beinahe zum Projektil. Für einen Moment reagiert der ganze Raum auf denselben Puls.

Horror ist ein erstaunlich großer Spielplatz

Unter dem Genre-Dach wohnen Geistergeschichten, Körperhorror, Science-Fiction, schwarzer Humor, Gesellschaftssatire und Filme, die sich jeder vernünftigen Beschreibung entziehen. Vielleicht verfolgen sie uns gerade deshalb: Sie schmuggeln echte Fragen in sehr unechte Albträume.

Und manchmal ist es einfach das Monster

Nicht jede Begeisterung braucht eine komplizierte Theorie. Manchmal ist ein praktisch gebautes Wesen, eine knarrende Tür oder ein perfekt gesetzter Schock schlicht großartiges Kinohandwerk.

FearScore-Fazit: Wir schauen Horror nicht trotz der Angst, sondern wegen des Moments danach – wenn das Licht angeht und der eigene Flur zu Hause plötzlich eine überraschend starke Nebenrolle spielt.

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